Ausgrenzung umfasst absichtliche, oft wiederholte Schikanen (Mobbing) sowie Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Religion (Rassismus) oder Geschlecht. Sie zielt darauf ab, Personen zu erniedrigen, zu isolieren und Macht auszuüben.
3 Ebenen können unterschieden werden:
Die Mikro-Ebene
Etwa im Schulhaus oder im persönlichen Umfeld. Hier zeigt sich Ausgrenzung meist als soziales Mobbing. Einzelne Personen werden ausgeschlossen und abgewertet. Das kann zum Beispiel sein, weil ein Schüler oder eine Schülerin nicht die gleichen Markenklamotten trägt, weniger sportlich ist oder ein körperliches Merkmal hat, das auffällt.
Die Meso-Ebene
Bei der strukturellen, gesellschaftlichen Ausgrenzung werden bestimmte Personengruppen benachteiligt, abgewertet oder ausgeschlossen. Das kann beispielsweise sein, wenn Menschen mit ausländischem Namen trotz gleicher Ausbildung weniger oft eine Stelle erhalten, auf die sie sich bewerben. Obwohl eigentlich alle gleich behandelt werden müssten.
Die Makro-Ebene
Auf dieser Ebene erreicht Ausgrenzung ihre extremste Form: Sie wird staatlich legitimiert und verstärkt. Die Staatsform ist dabei häufig eine Autokratie; also ein Herrschaftssystem, in dem die Macht bei einer einzelnen Person oder einer kleinen Gruppe liegt.
Die Regierung schreibt über Gesetze und Vorschriften die Ausgrenzung fest. Die Ausgrenzung wird zur offiziellen Politik eines Staates und wird durch deren Organe umgesetzt (Polizeistaat).
Aspekte für staatlich gestützte Ausgrenzung:
Räumliche Trennung, politische Entrechtung & Ausschluss von politischer Mitbestimmung, Bewegungskontrolle, eingeschränkter oder gänzlich verweigerter Zugang zu Bildung & Kultur.
Die staatlich gestützte Ausgrenzung steigert sich von staatlicher Diskriminierung (z. B. Apartheid – Rassentrennung in Südafrika) bis hin zu Genoziden, bei denen die Existenzberechtigung ganzer Menschen- oder Völkergruppen geleugnet wird und die getötet werden. Die Ausgrenzung wird auf dieser Ebene als Machtinstrument genutzt, um die eigene Gruppe zu festigen und Sündenböcke für gesellschaftliche Krisen zu schaffen (z.B. Wirtschaftskrisen, Armut im Land).
Anerkannte Genozide:
- Indianische Völker in Amerika (17.-19. Jahrhundert)
- Ovaherero und Nama in Namibia, damals Deutsch-Südwestafrika (1904-1908)
- Armenier im Osmanischen Reich (1915-1917)
- Pontus-Griechen im Osmanischen Reiche (1914 – 1923)
- Holodomor – Ukrainer:innen im damaligen Russland (1932-1933)
- Holocaust (Judenmord) in Europa (1941-1945)
- Porajmus – europäische Sinti und Roma (1941 – 1945)
- ethnische Minderheiten in Kambodscha (1975 – 1979)
- Volk der Tutsi in Ruanda (1994)
- Muslimische Bosniaken in Bosnien/ Srebenica (1995)
- Volksgruppen der Fur, Masali und Zaghawa in Darfur (2003 – 2008)
- Jesiden 2014 im Nordirak (2014 – 2017)
- muslimische Rohingya in Myanmar (2016-2017)